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Schweden: Sarek – Rezension

In ihrem Wanderführer „Schweden: Sarek“ berichten die Autoren, auf mehr als 200 Seiten, über den schwedischen Nationalpark. „Berichten“ ist durchaus wörtlich zu verstehen, denn wenngleich beinahe die Hälfte des Buchs den Routen gewidmet ist, befassen sich Rebecca Drexhage und Benjamin Hell auf beachtlichen 50 Seiten mit Entstehung und Charakteristik des Sarek. Dass ihnen dieser Teil des UNESCO-Weltnaturerbes Laponia eine Herzensangelegenheit ist, wird bereits im Vorwort deutlich.

Eingangs erläutern die Autoren Geologie und Geografie des Areals. Dabei gelingt es ihnen, verständlich zu vermitteln, auf welche Weise die alpine Gebirgslandschaft entstanden ist. Anschließend gehen sie auf Klima, Flora und Fauna sowie auf den Kulturraum Sarek ein, der zum samischen Rentierzuchtgebiet gehörte. Völlig unberührt, wie viele irrtümlich annehmen, ist die Landschaft keineswegs. Dennoch bietet der Sarek, seit er im Jahr 1909 unter Schutz gestellt wurde, ein einmaliges Naturerlebnis für erfahrene Wanderer. Zwar ist der Nationalpark mittlerweile relativ gut angebunden und wird entsprechend touristisch genutzt. Aber raue klimatische Bedingungen und mangelnde Infrastruktur erfordern die gründliche Planung einer jeden Tour.

Deshalb erörtern Drexhage und Hell auf weiteren fast 60 Seiten Anreise, Ausrüstung, Jedermannsrecht und Naturschutzbestimmungen. Hinweise zu Wintertouren, Infrastruktur und Informationsquellen ergänzen den vorbereitenden Abschnitt.

Im zweiten Teil des Handbuchs geht es ausschließlich um Touren innerhalb des Nationalparks. In diesem Kapitel beschreiben die in Schweden lebenden Autoren detailliert, ausgehend von den sechs Zugängen, 21 verschiedene Routen durch Täler und über Hochebenen. Im Wesentlichen halten sich Drexhage und Hell an bekanntere Routen, die gleichwohl anspruchsvoll sind. Ein kurzes Kapitel ist den Gletscherpässen zugedacht worden. Zwei Übersichtskarten, 47 beeindruckende Fotos, der fünfseitige Index sowie eine Liste samischer geografischer Begriffe vervollständigen den Band.

Schweden: Sarek

Schweden: Sarek

Etwas bedauerlich ist, dass die Routen-Abschnitte nicht nach speziellen landschaftlichen Merkmalen benannt sind. Wer zum Beispiel zum See Laitaure oder zum Berg Ålkatj möchte, benötigt den Index, um passende Routen zu finden. Touristisch gesinnten Trekkingurlaubern dürfte der Sarek jedoch ohnehin zu anstrengend sein: Regen und Wind, glitschiges Geröll und unpassierbare Flüsse fordern selbst erfahrene Wanderer, die allerdings mit den schönsten An- und Ausblicken der dramatischen Landschaft belohnt werden.

Mit der 2011 erschienen zweiten Auflage liegt ein aktuelles Handbuch über den Nationalpark vor, das kaum Wünsche offen lässt. Vorteilhaft wären zwei kleine Sprachführer für Sami und Schwedisch sowie eine detailliertere Karte. Wer seine Fjällwanderung nicht auf den Sarek beschränken möchte, benötigt zusätzliches Kartenmaterial. Ansonsten aber bietet dieser Titel der Outdoor-Reihe die gewohnte Praxisnähe und Verlässlichkeit.

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