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Im Sommer geschlossen

Wie bereits in dem Kapitel über die Arbeit erwähnt gibt es in Schweden im Sommer Industriesemestern=Industrieurlaub. Jeder Schwede hat laut Gesetz Anspruch auf vier Wochen zusammenhängenden Urlaub im Sommer. Das dies große Anforderungen an die Personalplanung stellt dürfte klar sein. Viele kleinere Betriebe behelfen sich mit so genannten Sommer-Vikariern. Dies sind befristet, angestellte Mitarbeiter die, die zweimonatige Urlaubszeit im Sommer überbrücken helfen.

Dies wird insbesondere in Bereichen praktiziert, deren Arbeit man nicht so ohne weiteres einstellen kann. Beispielsweise im Gesundheitswesen oder im öffentlichen Nahverkehr. Hier wird nur die Hälfte der Belegschaft in den Urlaub geschickt und die andere Hälfte arbeitet mit angelernten Kräften weiter.

In der Industrie sind viele Betriebe als Zulieferer direkt voneinander abhängig. Da man gerade in diesem Sektor das Personal nicht beliebig austauschen kann, ist man überein gekommen, solche Betriebe im Sommer für vier Wochen zu schließen. Durch diese Regelung, schlägt man viele Fliegen mit einer Klappe. Die Firmen bekommen untereinander keine Zulieferschwierigkeiten, das Personal hat seinen gesetzlich vorgeschriebenen Sommerurlaub und man spart sich die Zeit und die Kosten neues Hilfspersonal anzulernen und andere in diesem Zusammenhang entstehende Konsequenzen.

Diesen Industrieferien schließen sich auf dem Land, teilweise auch viele kleinere Handwerksbetriebe an. So kann es durchaus passieren, das man im Sommer auf einen Handwerker extrem, lange warten muss. Zumal diese Berufsgruppe in Schweden, auch ohne die Urlaubszeit, mit extrem langen Planungszeiträumen glänzt.

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Im Sommer geschlossen

Im Sommer geschlossen @iStockphoto/Lars Dittmar

Auch wenn beim Auto eine dringende Reparatur nötig wird, kann es sein, dass man bei der Hauswerkstatt vor verschlossenen Türen steht. Andere Werkstätten werden ihnen vermutlich auch erst einen Termin in weiter Ferne dienen können. In diesen Fällen kann es hilfreich sein, den Monteur zu bitten vielleicht nach Feierabend das Auto zu reparieren und beim Gehen ein oder zwei 500 Kronen-Scheine zu „verlieren“. Ist man dazu nicht bereit, sollte man sich mit den regionalen Busfahrplänen vertraut machen.

Diesem allgemeinen Sommertrend schließen sich auch manche Einzelhändler an. Machen Sie sich also darauf gefasst gelegentlich vor verschlossenen Türen zu stehen. Die meisten Geschäfte haben jedoch, wie gewöhnlich, geöffnet.