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Schwedische Ostern

Ostern in früheren Zeiten. In Deutschland wird in vielen Regionen ein Osterfeuer angezündet. Auch in Schweden kennt man diese alte Tradition, allerdings mit einem anderen Hintergrund. Bevor Schweden ein christliches Land wurde, glaubte man verstärkt an Hexen und Teufel. Ein Osterfeuer wurde angezündet, um böse Geister und Hexen zu vertreiben. Es gab spezielle Osterknaller, die man in das Feuer warf, um den Teufel, die Hexen und die bösen Geister zu vertreiben. Zudem brachte man zu Ostern seinen Garten in Ordnung, verbrannte alte Zweige und Sträuche.

Lange bevor Schweden zu einem christlichen Land wurde, gab es weise alte Frauen und Männer, denen nachgesagt wurde, dass sie Wunden bei Mensch und Tieren heilen könnten. Man kann sie auch als Wunderheiler bezeichnen. Ihnen wurden auch Zauberkräfte unterstellt. Wenn Unfälle passierten oder ein Tier krank wurde, gerieten diese weisen Menschen oft in Verdacht, dass sie das Unglück überbracht hätten. Man glaubte, dass diese Menschen mit dem Teufel unter einer Decke stecken müssten. Man nannte sie Hexen, wobei man Frauen und Männer zu ihnen zählte. Die Menschen glaubten, dass diese Hexen am Gründonnerstag auf einem Besen nach Blokulla flogen, um mit dem Teufel ein Fest zu feiern. Wo Blokulla aber nun genau liegen soll, wussten die Menschen damals auch nicht. Man dachte, dies wäre die Insel „die blaue Jungfrau“ zwischen Öland und dem Festland. Um die Hexen am Fliegen zu hindern, versteckten alle Leute ihren Besen.

Auf dem Stiel des Besens saß eine Katze, die als Symbol des Teufels galt. Man glaubte, dass Hexen sich in Katzen verwandeln könnten. Am Ostersonntag kamen die Hexen dann wieder zurückgeflogen von Blokulla und gingen, wie alle anderen, in die Kirche. Allerdings glaubte man zu hören, dass die Hexen ihre Gebete rückwärts lasen. Am Gründonnerstag schlug der Hausherr der Familie Birkenreisig im Garten, um seine Kinder und seine Dienerschaft mit dem Reisig zu verprügeln. Mit dieser Tortur sollte an die Leiden Jesu am Kreuz erinnert werden.

Ostern in der heutigen Zeit. In Schweden wird, wie auch in Deutschland, zu Ostern festlich geschmückt. Meist werden Birkenzweige ins Haus geholt, diese werden mit bunten Hühnerfedern und kleinen, bunten Eiern geschmückt. Diese Zweige werden häufig schon einige Tage zuvor ins Haus geholt, damit sie zu Ostern blühen und grünen. Die Kinder sähen einige Wochen vor Ostern Gras auf einem Tablett, wenn das Gras gewachsen ist, setzen sie kleine Küken und Eier zu Dekoration drauf. In den Schulen und Kindergärten wird zu Ostern viel gebastelt. Karfreitag ist auch in Schweden ein Feiertag, die Geschäfte haben an diesem Tag geschlossen, es wird nicht gearbeitet. Am Ostersamstag wird ein schönes Essen vorbereitet. Eier und Hering dürfen hierbei nicht fehlen.

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Schwedische Ostern

Schwedische Ostern @iStockphoto/Ysign

Die Kinder bekommen von ihren Eltern zu Ostern ein Osterei, das mit Süßigkeiten gefüllt ist. Den Schokoladenosterhasen kannte man bis vor einigen Jahren in Schweden nicht. Diese deutsche Tradition ist erst in den letzten Jahren nach Schweden gekommen. Das schwedische Osterfest- ähnlich, aber doch so anders In den meisten europäischen Ländern ist Ostern ein ausgeprägtes christliches Fest. In Schweden ist Ostern mittlerweile ein eher weltliches Fest. Die Zahl der Kirchgänger an den Ostertagen liegt in Schweden ganz weit unten. Gefeiert wird am liebsten im Rahmen der Familie. Viele Schweden besitzen ein Sommerhaus, eine so genannte Sommerstuga. Das Osterfest ist die erste Gelegenheit im Jahr, eine Reise in seine Stuga zu unternehmen. Das Haus wird nun nach dem Winter geputzt, alles wird entstaubt.

In Schweden gibt es ein Osterritual. Ab Gründonnerstag verkleiden sich die Kinder als „Osterhexen“, auf schwedisch Poskkärringar, sie ziehen sich abgelegte, alte Kleider an. Dazu tragen sie ein grelles Kopftuch, die Wangen und Lippen werden rot geschminkt. Nun kann es losgehen. Die Kinder gehen mit einem Besen und einem Teekessel oder einem Topf von Haus zu Haus und fragen nach Süßigkeiten und etwas Geld. Anschließend bekommen sie von ihren Eltern ein großes Papposterei, das mit Süßigkeiten gefüllt ist. In manchen Regionen werden diese Ostereier auch versteckt, die Kinder müssen, wie wir das auch aus Deutschland kennen, die Ostereier suchen.

Das schwedische Ostermenu fällt von Region zu Region recht unterschiedlich aus. Laut einer schwedischen Statistik wird im Süden des Landes meist Lamm gegessen. In Stockholm wird meist Lachskaviar hergerichtet, währen im Westen des Landes Wurst gebraten wird. Getrunken wird im ganzen Land zu Ostern gerne Poskmust, ein Limonadengetränk. Zu Weihnachten heißt dieses Getränk dann Julmust. Dieses Getränk gibt es außerhalb dieser beiden Feste nicht.